Norbert Schramm

Norbert Schramm, Jahrgang 1960, ist Deutschlands prominentester und innovativster Eiskunstläufer der letzten 49 Jahre. In den frühen 80er Jahren war Schramm der Trendsetter der Eislaufszene und einer der bekanntesten deutschen Sportler überhaupt. 87 Prozent der Bundesbürger kannten den damaligen Oberstdorfer. Der gebürtige Franke wurde zweimal Europameister und zweimal Vize-Weltmeister, mehrfacher Deutscher Meister im Eiskunstlaufen und erhielt neben vielen weiteren Auszeichnungen das "Silberne Lorbeerblatt" der Bundesrepublik Deutschland. Heute lebt und arbeitet Norbert Schramm als „Action & People“ Fotograf in New York.

Weiterführende Informationen:
www.norbert-schramm.de
www.norbert-schramm.com
www.foto-schramm.com

 

 

Nachhaltigkeit im Sport

Interview mit Norbert Schramm

Was geschah nach Ihrer aktiven Karriere?

Nach so einer aktiven Karriere wird erst mal zur Freude aller richtig toll abgefeiert. Und wie es dann nach so einem ausgiebigen Fest üblich ist, kommt die Ernüchterung, und man fragt sich: „Wie geht es jetzt wohl weiter?“

Wie lernt ein junger Mensch für die Zeit danach?

Junge Menschen wollen und müssen ihre eigenen Erfahrungen machen. Wenn Erwachsene die individuelle Persönlichkeiten junger Menschen anerkennen und bereit sind, deren besondere Fähigkeiten zu entdecken und zu fördern, dann werden sich diese öffnen und es zur Höchstleistung und Nachhaltigkeit bringen.

Wo können sie Halt finden?

Halt findet man bei der eigenen Familie, echten Freunden und allem, was Freude macht.

Was bedeutet Ihnen gesellschaftliches Engagement?

Gesellschaftliches Engagement wird in einer Zeit ohne Zeit und der „globalen Gier nach mehr“ immer bedeutender. Viele Menschen vereinsamen und glauben, dass das echte soziale Miteinander durch „Social Media“ im Internet ersetzt werden könnte. Dem ist meines Erachtens nicht so. Wir brauchen in unserer Gesellschaft Wärme und Liebe. Menschen, die sich gegenüber sitzen, bereitwillig zuhören, sich gegenseitig helfen und sich ab und zu umarmen.

Weshalb gehört Engagement im Sport und im Leben zum "Kern"(geschäft)?

Um ihre Frage richtig zu verstehen, Sie gehen davon aus, dass sich auf der Grundlage von Sport und des Leben das gesellschaftliche Engagement bildet. – Hmm. – Das ist wohl so. Ach wenn das Wort Geschäft nur in Klammern steht, gefällt es mir in diesem Zusammenhang nicht so sehr. Früher war ein gutes Geschäft etwas, wovon beide Parteien gleichmäßig profitiert haben. Heute versteht man unter einem „guten Geschäft“ immer öfter, wenn es nur noch einen Sieger gibt, nachdem der Eine den Anderen über den Tisch gezogen hat. Wenn das zum „Kern“(geschäft) des sozialen Engagements wird, gibt es nur noch Verlierer. 

Wie kamen Sie zur Fotografie, was bedeutet sie Ihnen?

Im Alter von 16 Jahren habe ich mit viel Freude die Fotografie entdeckt. Bald darauf hatte ich meine eigene Dunkelkammer im Haus. Während meiner Zeit als Eiskunstläufer und Showstar bei Holiday on Ice habe ich bereits semiprofessionell fotografiert. Seitdem ich nun in New York lebe, wurde es zu meinem Beruf. Mit meiner kreativen Arbeit als „Action & People Photographer“ kann ich auch weiterhin meiner künstlerischen Ader freien Lauf lassen und vielen Menschen eine Freude bereiten.

Wo haben Sie Ihre Wurzeln?

Jemand, der gerne und viel reist, ist bestimmt wenig verwurzelt. Ich fühle mich dort am wohlsten, wo ich mich gerade aufhalte und sich meine Freunde befinden - sonst wäre ich ja woanders.

Welche Botschaft von Ihnen soll bleiben auf diesem Planeten?

Aus Freuden werden Freunde.