Claudia Silber

Claudia Silber ist seit 2009 als Pressesprecherin bei der memo AG/Greußenheim tätig – seit 2013 leitet sie den Bereich Unternehmenskommunikation des Unternehmens. In dieser Funktion ist sie nicht nur für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des ganzheitlich nachhaltig tätigen Versandhandels zuständig, sondern verantwortet auch das Sponsoring und ist Ansprechpartnerin für die zahlreichen Kooperationspartner der memo AG.
Nach dem Studium der Germanistik und Journalistik an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg war sie einige Jahre in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Textilunternehmen tätig. Ein internes CSR-Projekt weckte ihr Interesse am Thema Nachhaltigkeit, dem sie sich seither beruflich widmet. Zu ihren Aufgaben gehört u.a. auch die Mitarbeit am memo Nachhaltigkeitsbericht, der alle zwei Jahre erscheint.


Klimaschutz mit Gespür und Hingabe

Interview mit Claudia Silber, Leitung Unternehmenskommunikation memo AG, und Lothar Hartmann, Leitung Nachhaltigkeitsmanagement des Unternehmens

Was tun Sie als ökologischer Versandhändler für den Klimaschutz?

Lothar Hartmann: Maßnahmen zum Klimaschutz stehen bei uns seit Beginn an im Fokus der Aktivitäten: So werden seit jeher alle relevanten Unternehmensprozesse konsequent auf ihre Klimaverträglichkeit hin analysiert und ständig optimiert. Wir erstellen jährlich eine Umweltbilanz, die die Grundlage ist, um Optimierungspotenziale zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Vermeidung von Treibhausgas-Emissionen umzusetzen.

An erster Stelle steht dabei für uns stets die Vermeidung von schädlichen Treibhausgasen. Anschließend  folgt, wo möglich, die weitest gehende Reduzierung und – erst als letzter Schritt – die Kompensation unvermeidbarer Schadstoffemissionen.

Welche Maßnahmen sind das konkret?

Lothar Hartmann: Bei der memo AG gibt es eine Vielzahl an Klimaschutzmaßnahmen, die ein großes Ganzes ergeben – angefangen beim Firmengebäude und der Energieversorgung, über den Papierverbrauch, die Geschäftsreisen bis hin zur Herstellung und dem Versand der Werbemedien.

Welcher Bereich verursacht bei der memo AG die meisten Treibhausgas-Emissionen?

Lothar Hartmann: Als Versandhandel verursacht der Warenversand, gefolgt von der Herstellung der Werbemedien, die meisten Emissionen. Im Jahr 2014 haben wir insgesamt 470 Tonnen CO2e verursacht. Der Warenversand hatte daran einen Anteil von 47,5 %, die Produktion der Werbemedien – also v.a. Kataloge und Mailings – einen Anteil von 30,6 %.

Welche Maßnahmen ergreifen Sie an dieser Stelle, um beim Warenversand und bei der Werbemedien-Produktion möglichst klimaschonend zu handeln?

Lothar Hartmann: Beim Warenversand ist es uns in den letzten beiden Jahren durch verschiedene Maßnahmen gelungen, die Anzahl der Paketsendungen bei stabilen Umsatzzahlen um knapp 12 % zu reduzieren. Trotzdem unternehmen wir natürlich weitere Schritte. Einen großen Anteil hat unser Mehrweg-Versandsystem „memo Box“, das unsere Kunden anstatt eines Einweg-Versandkartons als Versandart wählen können: Hier werden wir die nächste Charge aus Recyclingmaterial herstellen lassen, womit die Treibhausgasemissionen bei der Herstellung der Box um etwa 65 % verringert werden.

Bei der Produktion unserer Werbemedien setzen wir seit jeher ausschließlich 100 % Recyclingpapier ein. Außerdem planen wir u.a. regelmäßig systematisch die Anzahl und den Umfang der Werbemedien und konnten dadurch seit dem Jahr 2008 die absoluten Emissionen in diesem Bereich um 58 % auf rund 142 Tonnen CO2e in 2014 senken.

Die memo AG gilt als Pionier und Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit. Haben Sie Empfehlungen für andere Unternehmen, die mehr für Umwelt- und Klimaschutz tun wollen?

Claudia Silber: Generell muss jedes Unternehmen seine Optimierungspotenziale selbst analysieren. Als Versandhändler können wir nicht mit einem produzierenden Unternehmen verglichen werden.

Allerdings gibt es Maßnahmen, die jedes Unternehmen umsetzen kann. Ein Beispiel ist der Einsatz von Ökostrom. Wir beziehen bereits seit dem Jahr 2001 Strom aus 100 % regenerativen Energien und achten durch das „ok-power“-Label darauf, dass mindestens ein Drittel des erzeugten Stroms aus neuen Kraftwerkanlagen, die nicht älter als sechs Jahre sind, stammen.

Damit haben wir im Jahr 2014 knapp 73 Tonnen weniger CO2e verursacht, als wenn wir herkömmlichen Strom beziehen würden. Insgesamt konnten wir seit 2001 ca. 90 % CO2e-Emissionen durch den Einsatz von Ökostrom einsparen.

Ein weiteres Beispiel sind Geschäftsreisen: Soweit möglich und sinnvoll nutzen wir auf Langstrecken die vergleichsweise umweltverträgliche Bahn, bei der wir als Geschäftskunde durch den Einsatz von 100 % Ökostrom klimaneutral reisen. Innerdeutsche Flüge gibt es bei uns grundsätzlich nicht.

Für Kurzstrecken in der Region nutzen wir ein 2011 angeschafftes Elektrofahrzeug und unser Außendienst-Mitarbeiter ist seit 2012 mit einem Erdgasfahrzeug unterwegs zu unseren Kunden. Elektrofahrzeuge sind mittlerweile auch zu „normalen“ Preisen erhältlich und lohnen sich in der Anschaffung vor allem für Umwelt und Klima.

Inwiefern können Sie beim Klimaschutz auch Vorbild für jedermann sein?

Claudia Silber: Sicherlich sind nicht alle Maßnahmen, die wir als Unternehmen ergreifen, sinnvoll für Einzelpersonen. Beispielsweise haben wir im Jahr 2006 zusätzlich zu unserer herkömmlichen Ölheizung, die beim Bau des Firmengebäudes 1995 installiert wurde, eine Holz-Hackschnitzel-Heizung gebaut.

Da sich die Ölheizung nur bei sehr langen Kälteperioden oder sehr tiefen Temperaturen im Winter automatisch zuschaltet, können wir unter optimalen Bedingungen 99 % des erforderlichen Energiebedarfs durch erneuerbare Ressourcen – die Holz-Hackschnitzel stammen aus regionalen Durchforstungsmaßnahmen – decken. Eine derartige Maßnahme ist nicht für jedermann erschwinglich oder umsetzbar, wenn er z.B. zur Miete wohnt.

Der Umstieg von konventionellem auf 100 % Ökostrom, nachhaltige Mobilität durch Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, dem Fahrrad oder zu Fuß oder die Verwendung von 100 % Recyclingpapier dagegen sind von jedem Menschen sofort und ohne viel Aufwand und zu hohe Kosten umsetzbar!

Denn wir haben es täglich durch unsere Entscheidungen und unser Handeln in der Hand, ob die Umwelt und das Klima geschont, und ob Menschen in fernen Ländern unter unseren Konsumgewohnheiten leiden müssen. Denn unsere Art zu kaufen und zu leben hat Auswirkungen auf eine nachhaltige Entwicklung und damit auf den Lebensstil und die Lebensqualität nachfolgender Generationen.

Inwiefern unterstützen Sie Ihre Kunden, einen bewussten Lebensstil zu entwickeln oder zu verfolgen und ihren Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft zu leisten?

Lothar Hartmann: Als Versandhandelsunternehmen können wir an der Schnittstelle zwischen Lieferanten und Herstellern auf der einen Seite und Kunden auf der anderen Seite einen enormen Beitrag zu mehr Umwelt- und Sozialverträglichkeit in der Produktion und beim Konsum, aber auch insgesamt zu mehr Umwelt- und gesellschaftlichem Bewusstsein auf allen Seiten leisten.

Unser sorgfältig geprüftes und ausgesuchtes Produktangebot erleichtert dem Verbraucher die Kaufentscheidung für eine ökologisch und sozial einwandfreie Produktalternative, denn bei memo findet er für jeden Bedarf einen nach unseren strengen Beschaffungskriterien intensiv geprüften Artikel. 

Claudia Silber: Das betrifft gewerbliche Endverbraucher seit fast 25 Jahren. Private Endverbraucher können bei uns seit dem Jahr 2004 ebenfalls einkaufen, aber seit März 2015 haben wir speziell für sie und für ein nachhaltiges und bewusstes Leben außerhalb der Arbeit unter memolife www.memolife.de auch einen Verbrauchershop für alle Lebensbereiche eingerichtet.

Sie sprechen von strengen Beschaffungskriterien. Welche Kriterien sind besonders relevant, damit ein Produkt den Weg in Ihr Sortiment findet?

Lothar Hartmann: Ausschlaggebend sind vor allem die eingesetzten Materialien, eine ressourcenschonende Herstellung, Sozialverträglichkeit in der Produktion, fairer Handel, Energieeffizienz, eine sparsame und recyclingfähige Verpackung, möglichst geringe oder keine gesundheitliche Belastung beim Ge-/Verbrauch, Recyclingfähigkeit, Praxistauglichkeit, Langlebigkeit, die Qualität, aber auch ein fairer Preis.

Welches Material ist besonders umweltverträglich?

Claudia Silber: Es gibt einige Materialien, die in der Herstellung und im Gebrauch umweltverträglicher und ressourcenschonender sind als andere. Eine pauschale Aussage lässt sich an dieser Stelle allerdings nicht treffen, da es auf den jeweiligen Produktbereich ankommt.

Aber vielleicht ein Beispiel: Der Werkstoff Holz wächst immer wieder nach, trägt zu einem gesunden Klimahaushalt bei und ist in der Nutzung, z.B. als Naturholz-Regal, eine gesunde Alternative. Eine Förderung der Verwendung von Holzprodukten ist also erstrebenswert – allerdings nur, wenn eine nachhaltige Waldbewirtschaftung gewährleistet ist.

Wie stellen Sie alle diese Aspekte im Vorfeld sicher?

Lothar Hartmann: Einerseits durch einen intensiven und persönlichen Kontakt zu unseren Lieferanten, mit denen wir zum Teil seit Gründung der memo AG zusammen arbeiten. Weiterhin bevorzugen wir Lieferanten aus Deutschland, bzw. aus Europa, bei denen wir auch als kleines Unternehmen in der Lage sind, sie persönlich zu besuchen. Vor allem bei Herstellern aus Übersee legen wir Wert auf Zertifizierungen wie z.B. SA8000.

Andererseits orientieren wir uns bei der Aufnahme von Produkten in unser Sortiment an den Kriterien für anerkannte Umweltzeichen und Labels, die von unabhängigen Zertifizierungsorganisationen und Verbänden vergeben werden. Bevorzugt nehmen wir die Produkte auf, die bereits mit derartigen Kennzeichnungen versehen sind, wie es bei etwa 40 % der Artikel in unserem Sortiment der Fall ist.

Wie sieht Ihr Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft außerhalb der memo AG und des Sortiments aus?

Claudia Silber: Die memo AG ist Partner verschiedenster Umweltorganisationen, Unternehmensverbände und Initiativen. Im Rahmen unserer Möglichkeiten beteiligen wir uns regelmäßig an der Entwicklung innovativer Lösungskonzepte zur Förderung des Nachhaltigkeitsgedankens und unterstützen öffentliche Forschungsprojekte, Veranstaltungen und Aktionen zu diesem Thema.

Es sind vor allem Projekte, die im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung jungen Menschen das Thema näherbringen und sie für die Bedeutung von Umwelt und Klimaschutz sensibilisieren.

So sind Sie seit 2008 Unternehmenspartner von Utopia und haben 2009 als Erstunterzeichner das Changemaker-Manifest unterzeichnet. Was beinhaltet es?

Claudia Silber: Das Changemaker-Manifest www.utopia.de/utopia-changemaker-manifest ist eine freiwillige Selbstverpflichtung verantwortungsbewusster Unternehmen für eine nachhaltige Unternehmensführung. Es enthält zehn Versprechen, sogenannte „Commitments“, die alle Schlüsselthemen nachhaltigen Wirtschaftens umfassen: von der Energieeffizienz über Klimaschutz bis hin zu Sozialstandards in der Wertschöpfungskette.

Zu allen Commitments werden konkrete, messbare Ziele und Maßnahmen hinterlegt. Das Anspruchsniveau der Selbstverpflichtungen wird durch ein unabhängiges Experten-Netzwerk der Utopia Stiftung überprüft.

 Zum Abschluss und anlässlich der bevorstehenden Klimakonferenz: Wie sieht Ihr Appell an die Weltgemeinschaft aus?

Lothar Hartmann: Der Schlüssel zur Förderung und Vermittlung der notwendigen persönlichen und fachlichen Kompetenzen für eine Nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft liegt in der Bildung. In allen Gesellschaften dieser Welt müssen Bildung und damit einhergehend nachhaltige Themen von Klein an vermittelt werden.

Claudia Silber: Jeder einzelne Mensch – vor allem in den hochentwickelten und Schwellenländern - kann durch sein tägliches Verhalten zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen. Dafür müssen gewohnte Routinen geändert, Entscheidungen sorgfältig getroffen sowie ökologische und soziale Folgen unseres Handels für nachfolgende Generationen bewusst gemacht werden.

Das Interview führte Dr. Alexandra Hildebrandt
Stand: Dezember 2015

 

Die memo AG: nachhaltig Leben und Arbeiten

Die Symbiose von ökologischem und sozialem Engagement mit ehrgeizigen betriebswirtschaftlichen Zielen und qualitativ hochwertigen Produkten: So ließe sich der Leitgedanke von Jürgen Schmidt beschreiben, als er 1989 in Würzburg zusammen mit Ulrike Wolf, Helmut Kraiß und Thomas Wolf, die noch heute im Vorstand des Unternehmens tätig sind,  ‚memo‘ gründet: ein Versandhaus für gewerbliche Kunden mit einem Komplettsortiment an umweltfreundlichen Büroartikeln zu marktgerechten Preisen. Inzwischen beliefert memo ca. 124.000 Gewerbe- und Privatkunden mit mehr als 10.000 nachhaltig guten Produkten.

Anfangs richtete sich der Großhandel und das darauf begründete Versandhaus nur an Gewerbetreibende. Seit 2004 können auch Privatkunden direkt im Online-Shop oder aus den Katalogen bestellen. Im Jahr 2006 wurde das in Eigenregie entwickelte Markensortiment erstmals auf der „BioFach“ in Nürnberg, der Weltleitmesse für ökologische Konsumgüter präsentiert. Heute sind die über 1.000 memo Markenprodukte - vom Recycling-Taschentuch über Buntstifte aus nachhaltiger Forstwirtschaft, Wasch- und Reinigungsmittel auf Basis von Seifenkraut bis zum T-Shirt aus Bio-Baumwolle nach GOTS und Fairtrade zertifiziert - direkt, im deutschen (Bio-)Fachhandel und europaweit über ein Netz von Distributoren und Großhändlern erhältlich.

Jeder Artikel im Sortiment wird vor der Listung nach strengen Umwelt- und Sozialkriterien sorgfältig geprüft. Aber auch Gebrauchstauglichkeit und Preis sind ausschlaggebend. Nur so kann erreicht werden, dass Kunden bei memo die jeweils beste Alternative eines Produktbereiches finden. Diesem hohen Anspruch wird das Unternehmen auch in allen anderen Bereichen gerecht: Ob Logistik, Standort- und Personalmanagement, Partnerschaften oder Kooperationen – jede strategische, aber auch jede Einzelmaßnahme im Unternehmen basiert auf den Prinzipien der Nachhaltigkeit.

Die Mitarbeiter sind das höchste Gut

Flache Hierarchien und ein offener Umgang untereinander sind bei der memo AG selbstverständlich – und dabei eine große Herausforderung für die Mitarbeiter: Die hohe Transparenz aller Geschäftsprozesse verlangt von jedem Einzelnen (von den Führungskräften bis hin zu den Fachkräften in der Logistik) deutlich mehr Verantwortung, als dies in anderen Betrieben üblich ist. Jeder Festangestellte hat beispielsweise Zugang zu allen Unternehmenszahlen, sämtlichen Auftrags- und Rechnungsumsätzen, Einkaufspreisen und Handelsspannen sowie zu den kompletten statistischen und betriebswirtschaftlichen Auswertungen. Der Vorstand präsentiert und kommentiert auf regelmäßigen Personalversammlungen die Quartalsbilanzen, die Geschäftsentwicklung und die kurz- und langfristigen Planungen und Ziele des Unternehmens.

memo investiert kontinuierlich in Ausbildung, Fortbildung und interne Schulungen. Bei einer Ausbildungsquote von rund zehn Prozent wird allen Auszubildenden nach ihrer Ausbildung ein Arbeitsplatz im Unternehmen angeboten.

Alle unbefristet beschäftigten Mitarbeiter sind über die memo Mitarbeiter-Beteiligungsgesellschaft am Unternehmen beteiligt. Sie erhalten jährlich eine gewinnabhängige Ausschüttung auf ein stilles Gesellschafterkonto und eine Option, ihr Guthaben später in Vorzugsaktien umzuwandeln. Zudem wird für alle Mitarbeiter ab dem zweiten Jahr der Betriebszugehörigkeit eine Direktversicherung abgeschlossen -  natürlich auf Basis eines ökologisch orientierten Aktienfonds.

Die niedrige Fluktuationsquote bestätigt, dass die internen Maßnahmen zur Förderung der Mitarbeiterzufriedenheit greifen. Rund 30 Prozent der Mitarbeiter bei der memo AG sind bereits seit über zehn Jahren im Unternehmen beschäftigt. Die Investitionen in die Mitarbeiter rechnen sich auch wirtschaftlich und sind zusätzlich ein unschätzbarer Wettbewerbsvorteil. Durch nichts zu ersetzen sind die Erfahrung und die Kenntnisse zu vielfältigen ökologischen und sozialen Themen, die sich nicht nur bei der Sortimentsgestaltung, sondern auch bei der Beratung und Betreuung der Kunden zu Produkten und Dienstleistungen bezahlt machen.

Auch das betriebliche Gesundheitsmanagement für die memo Mitarbeiter zahlt in dieses System ein. Neben der ständigen Optimierung der Arbeitsplätze hinsichtlich Ergonomie und Gesundheitsschutz bietet die memo AG ihren Mitarbeitern Informationsveranstaltungen, Gesundheitskurse und Vorsorgeuntersuchungen an. Eine niedrige  Krankheitsquote bestätigt den Erfolg dieser Maßnahmen.

Ein Arbeitsplatz zum Wohlfühlen

Seit 1995 sitzt die memo AG buchstäblich auf der „grünen Wiese“ in Greußenheim: Das Grundstück grenzt direkt an ein Biotop, das den Namen für die Firmenadresse liefert.

Das Zuhause der memo AG wurde nach modernsten gesundheitlichen und ökologischen Erkenntnissen gebaut und verfügt über eine getrennte Brauchwasser-Anlage und ein Gründach. Die Räume sind mit Oberlichtern und großen Fensterflächen ausgestattet - eine  flimmerfreie Tageslicht-Vollspektrum-Beleuchtung sorgt für angenehmes Licht. Im ganzen Haus wurden statt PVC-Rohren Gussrohre verlegt, auf Mineralfaser-Dämmstoffe wurde verzichtet - stattdessen kommen für die Bürowände recycelte Papierfasern zum Einsatz. Die hochwärmedämmenden Fenster sind aus heimischen Hölzern gefertigt, die atmenden Parkettböden mit Wachs behandelt. Für die Wände wurden Naturfarben verwendet.

Sämtliche Büros sind mit ergonomischen Naturholzmöbeln aus dem Sortiment von memo und speziell ausgesuchten Pflanzen ausgestattet, die nicht nur das Arbeitsumfeld verschönern, sondern auch das Raumklima verbessern. Für die Pausen stehen den Mitarbeitern ein attraktiver Cafeteria-Bereich mit Terrasse und ein Naturgarten zur Verfügung. So schafft die memo AG mitten im Grünen eine optimale und motivierende Arbeitsumgebung für alle Mitarbeiter.

Seit Ende 2006 erfolgt die Raumwärme-Erzeugung über eine firmeneigene Holz-Hackschnitzel-Heizanlage. Durch deren Inbetriebnahme konnten die CO2-Emissionen der memo AG um über 60 Prozent reduziert werden. Die unvermeidlichen Restemissionen werden berechnet und durch Investitionen in anerkannte, ökologisch sinnvolle Klimaschutzprojekte kompensiert.

Ausgesuchtes Sortiment

Das Sortiment von memo ist nach den strengen Kriterien der Nachhaltigkeit zusammengestellt. Ziel des Unternehmens ist es, dem Verbraucher die aufwändige Recherche nach ökologischen und sozial verträglichen Alltagsprodukten mit langlebiger Qualität und gutem Preis-Leistungsverhältnis abzunehmen, um bewussten und strategischen Konsum zu erleichtern.

In Zusammenarbeit mit den Produktmanagern des Hauses entstanden die „memo Beschaffungskriterien“, ein umfassender und detaillierter Fragebogen, der bei der Produktrecherche als Leitfaden dient. Geprüft werden die Gesundheits- und Umweltverträglichkeit der Produkte während der gesamten Wertschöpfungskette - von der Rohstoffgewinnung über das Herstellungsverfahren, den Vertrieb und Gebrauch bis zum Recycling bzw. der Entsorgung. Aber auch die Gebrauchstauglichkeit und das Preis-Leistungsverhältnis sind wichtige Kriterien für die Aufnahme ins Sortiment: Große Mengen und damit spürbare Umweltauswirkungen werden nur erzielt, wenn sich ein Produkt auch für den Verbraucher rechnet. Und nicht zuletzt müssen auch soziale Kriterien – eine sozialverträgliche Herstellung und fairer Handel - erfüllt sein.

Gibt es für nachgefragte Ware keinen geeigneten Lieferanten, greift memo mitunter selbst in die Produktentwicklung ein. Über 1.000 Artikel tragen heute den Namen memo. So zum Beispiel eine Textilserie aus Bio-Baumwolle nach SA8000-Norm und mit „Fairtrade“-Siegel, bei dessen Einführung in Deutschland die memo AG Pilotpartner war.

Bei der Beurteilung stützen sich die Produktmanager auf unabhängige Qualitäts- und Umwelt-Zertifizierungen, wie etwa die ISO Normen 9001/14001 für Qualität und Umwelt oder EMAS und SA8000 für den Sozialbereich. Zudem werden die Bewertungen unabhängiger Testzeitschriften wie „ÖkoTest“ oder „Stiftung Warentest“ hinzugezogen. Anerkannte Umweltzeichen – beispielsweise der „Blaue Engel“ - sind weitere wichtige Orientierungshilfen bei der Auswahl.

Konsequent ökologisch

Mit jedem Paket, das das Lager in Greußenheim verlässt, leistet die memo AG einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz: Die Produkte erfüllen die anspruchsvollen ökologischen, sozialen und ökonomischen Kriterien der Nachhaltigkeit - die Lieferung erfolgt klimaneutral. Damit dem Kunden die Entscheidung für ökologisch und sozial einwandfreie Alternativen möglichst leicht fällt, gehören marktgerechte Verkaufspreise ebenso zur Unternehmensphilosophie des Versandhauses wie ein leistungsstarker Service, Zuverlässigkeit und hohe Liefertreue.

Mit ausführlichen und informativen Produkttexten zu allen Artikeln im Sortiment trägt die memo AG zusätzlich zur Aufklärung über das komplexe Thema Nachhaltigkeit bei und schafft ein Bewusstsein für die - nicht zuletzt auch ökonomischen - Vorteile der ökologisch einwandfreien Angebote. Der mittlerweile rund 700 Seiten starke Gesamtkatalog der memo AG ist längst zu einer Art Nachschlagewerk zum Thema Nachhaltigkeit geworden.

Das tief in der Firmenphilosophie verwurzelte Prinzip der Nachhaltigkeit wurde zum Motor für Geschäftsideen mit Vorbildfunktion.

1992 wird ein spezielles Rücknahmesystem - die  memo „Wertstoff-Box“ - entwickelt, um dem Anspruch auf möglichst geringe Schadstoffbelastung bei Herstellung, Gebrauch und Entsorgung aller Produkte gerecht zu werden. Das Sammelsystem ermöglicht es dem Kunden, verbrauchte Produkte, Mehrwegbehälter, wiederverwertbare Tonermodule oder Inkjet-Druckköpfe zurückzusenden und so dem Wertstoffkreislauf wieder zuzuführen.

1998 folgt ein Mehrwegsystem der Deutschen Post AG, die „Postbox“, das memo als Pilotpartner in der Versandlogistik einsetzt. Der Einsatz der stabilen, ständig wiederverwendbaren Behälter aus recyclingfähigem Polypropylen ersetzt das Wegwerfprodukt Karton. Als die Post das System 2008 wegen zu großem Schwund einstellen muss, entwickelt memo auf Basis der praxiserprobten Behälter ein eigenes Mehrweg-Versandsystem, die "memo Box", die seitdem jedes Jahr mehrere Tonnen Kartonagenabfall einspart.

Aber auch alle internen Prozesse werden auf ihre (ökologische) Wirtschaftlichkeit hin optimiert. So wird z.B. für den internen Bedarf und jegliche Geschäftskorrespondenz ausschließlich 100 Prozent Recyclingpapier mit dem „Blauen Engel“ verwendet, um die wertvolle Ressource Holz weitestgehend zu schonen.

Ausgezeichnetes Engagement

Die Leistungen und der Einsatz zugunsten Mensch, Umwelt und Klima der memo AG wurden bereits vielfach ausgezeichnet:

2009 erhält die memo AG den Deutschen Nachhaltigkeitspreis als „Deutschlands recyclingpapierfreundlichstes Unternehmen“ und zählt zu den Top 3 „Deutschlands nachhaltigster Unternehmen“ sowie zu den Top 3 Unternehmen mit „Deutschlands nachhaltigstem Recycling“.

Im Oktober 2010 zeichnet die Verbraucher Initiative e.V. die memo AG als einziges Unternehmen als „Nachhaltiges Einzelhandelsunternehmen 2010“ in Gold aus.

Im März 2012 erhält die memo AG vom WWF die Auszeichnung als „Best Practice“-Unternehmen aufgrund ihres verantwortungsvollen Umgangs mit den Ressourcen Holz und Papier.

Im November des gleichen Jahres wird die memo AG innerhalb von nur wenigen Tagen mit gleich zwei Nachhaltigkeitspreisen ausgezeichnet: Als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit erhält das Unternehmen den Utopia Award als "Changemaker des Jahres". Weiterhin geht der erstmalig ausgelobte Nachhaltigkeitspreis Mainfranken in der Kategorie „51-250 Mitarbeiter“ an die memo AG als Arbeitgeber, der nachhaltiges Wirtschaften in der Region vorbildlich vorlebt.

Anfang 2013 belegt das Unternehmen den 1. Platz des Alternativen Gesundheitspreises 2012 der BKK advita. Mit diesem Preis zeichnet die Krankenkasse erstmals kleine und mittelständische Unternehmen mit bis zu 300 Beschäftigten aus, die sich für eine nachhaltige betriebliche Gesundheitsförderung einsetzen und gleichsam ökologische Aspekte berücksichtigen.

Weitere Informationen:
www.memo.de
www.memoworld.de

Kurzinterview Claudia Silber, Leiterin Unternehmenskommunikation memo AG

Lange bevor das Wort „nachhaltig“ oder CSR in aller Munde war, verkaufte Jürgen Schmidt bereits seinen Mitschülern auf dem Schulhof umweltverträgliche Schulartikel. Frau Silber, war das der Grundstein der memo AG?

Jürgen Schmidt gründete 1989 zusammen mit Ulrike Wolf, Helmut Kraiß und Thomas Wolf, die noch heute bei der memo AG tätig sind, einen ökologischen Versandhandel für Büroartikel – der „Firmenausstatter für Umweltbewusste“. Zehn Jahre später entstand daraus die memo AG, ein Versandhandel mit mittlerweile über 10.000 Produkten für Büro, Schule, Haushalt und Freizeit, die gezielt nach ökologischen und sozialen Kriterien ausgewählt sind. Es war von Beginn an die Vision der Gründer, ein "ideales Unternehmen" aufzubauen. Im Fokus stand das Motto: Möglichst viele Produkte verkaufen – aber nicht um jeden Preis. Denn Ökonomie, Ökologie und Soziales stehen in der Unternehmensphilosophie und Organisation gleichberechtigt nebeneinander. Dabei setzten sie auf Beharrlichkeit und langsame Weiterentwicklung des Unternehmens, was zwangsläufig auf eine Konzentration ihrer Stärken führte – sich auf seine Schwächen zu konzentrieren hätte bedeutet, sich den Wettbewerbern unterzuordnen.

Der Anspruch von memo ist es, in jedem Bereich die hinsichtlich Ökologie, Sozialverträglichkeit, Qualität und Marktfähigkeit besten Produkte zu listen. Welche Kriterien sind damit verbunden?

Es wird der „Best of Class“-Ansatz verfolgt: Der Anspruch von memo ist, in jedem Bereich die hinsichtlich Ökologie, Sozialverträglichkeit und Marktfähigkeit besten Produkte zu einem fairen Preis zu listen. In vielen Bereichen der Produktbeurteilung orientieren wir uns an den Kriterien für anerkannte Umweltzeichen und Gütesiegel, die von unabhängigen Zertifizierungsorganisationen und Verbänden vergeben werden. Bereits mit Gütesiegeln ausgezeichnete Artikel werden bevorzugt ins Sortiment aufgenommen. Dabei handelt es sich vor allem um den „Blauen Engel“, das Umweltzeichen FSC®, das „Bio“-Siegel nach EG-Öko Verordnung, das „Fairtrade“-Siegel oder auch das GOTS-Siegel für Textilien. Das eigene memo Markensortiment umfasst mittlerweile über 1.000 Artikel, darunter Hygienepapiere, Schulbedarf und eine Kollektion aus „biofairen“ Naturtextilien. Viele sind ebenfalls mit anerkannten Gütesiegeln und Umweltzeichen ausgezeichnet.

Sie beschäftigen sich beruflich jeden Tag mit nachhaltigen Themen und Produkten. Hat das auf Sie auch persönlichen Einfluss?

Ein klares Ja! Ich habe nach über neun Jahren in der Mode- und Textilbranche gezielt nach einem Unternehmen gesucht, dass Nachhaltigkeit nicht nur als Marketingmaßnahme umsetzt, sondern sich dem Thema ernsthaft und ganzheitlich widmet. Das habe ich bei der memo AG gefunden. Selbstverständlich verwende ich privat auch die Produkte aus unserem Sortiment und auch die Themen, mit denen ich mich täglich beschäftige, wie z.B. Ökostrom oder Ressourcenschonung, fließen maßgeblich in meinen persönlichen Lebensstil mit ein. Nach wie vor versuche ich auch Einfluss auf mein privates Umfeld hinsichtlich der Verwendung nachhaltiger Produktalternativen zu nehmen, was mir einmal mehr und einmal weniger gelingt. Mittlerweile habe ich aber erkannt, dass es gewisse Voraussetzungen benötigt, um hier überzeugend zu sein: Der Wille zu Veränderung muss vorhanden sein und die Produkte müssen genauso gut „funktionieren“ wie konventionelle.

Können Sie ein konkretes Beispiel eines Produkts nennen, das „funktioniert“?

Ich muss zu Hause nicht für jedes „Problem“ einen extra Haushaltsreiniger haben, der zusätzlich oft kritisch gegenüber der Gesundheit und der Umwelt ist. Ich verwende den memo Universalreiniger „Eco Saponine“, der auf Basis von Seifenkraut hergestellt ist und der ist ausreichend für alle möglichen Anwendungen. Mein ganz persönliches Lieblingsprodukt aus unserem Sortiment sind die „Direkt Recycelten Produkte“: Aus alten Landkarten werden Briefumschläge, Briefpapier und Notizzettel hergestellt. Das ist nicht nur sinnvoll, sondern sieht auch noch super aus.

Im November 2009 unterzeichnete die memo AG das Changemaker-Manifest von Utopia und verpflichtete sich damit zu transparenten und festen ökologischen, sozialen und ökonomischen Zielen. Was möchten Sie damit bewirken?

Mit diesem Engagement zeigen wir unseren Kunden, Partnern und der Öffentlichkeit, dass wir bereit sind, mit Eigeninitiative unseren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten sowie einen ambitionierten Schritt zur Lösung gegenwärtiger Probleme zu gehen. Das Engagement von memo steht auch stellvertretend  für all jene, die mehr Selbstverantwortung übernehmen und davon überzeugt sind, dass sich die positiven Effekte am Ende addieren.